Biodynamik

Schon Rudolf Steiner, dessen Lehren die Grundlagen für die biodynamische Landwirtschaft gaben, war sich der Besonderheit des Weins bewusst:  "Die Rebe besitzt eine einzigartige Fähigkeit: All Ihre Kräfte, die bei anderen Pflanzen in den Samen strömen und die neue Generation konfigurieren, schießen bei der Rebe in das Fruchtfleisch hinein und werden dem Menschen verfügbar.“ Die biodynamische Weinkultur ermöglicht es uns, die konzentrierten Kräfte der Rebe als Wein weiterzureichen und ist für uns die Umsetzung von uraltem, von Generationen überliefertem weinbaulichen Wissen.

Versöhnung mit der Natur –
ein ständiger Konflikt

Qualität entsteht im Weinberg, in der Hinwendung zur Natur. Den natürlichen Lauf der Natur möchten wir erhalten, dennoch ist Landwirtschaft zuerst einmal ein Eingriff in diesen Lauf. Im entstehenden Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt haben wir die Entscheidung getroffen, unsere Lebens- und Weinkultur nach der Verträglichkeit mit der Natur auszurichten. Ein sensibles Bewusstsein für deren komplexe Mechanismen und Prozesse ist die Grundlage, aus der heraus wir nachhaltige und verträgliche Bewirtschaftungsverfahren für unseren Wein entwickelt haben. Als Ergebnis erhalten wir dafür aber auch Weine, die das Anbaugebiet voll erlebbar machen. 

Aus der Erde kommt das Leben und
es liegt an uns, es zu erhalten

Schon durch den biologischen Anbau, welcher für uns das Grundgerüst des biodynamischen Anbaus darstellt, haben wir in unserem Weinberg eine vielfältige Bodenflora und –fauna geschaffen, die sowohl die Bodenfruchtbarkeit als auch die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erhöht hat. Dabei setzen wir weder chemisch-synthetisierte Pflanzenschutzmittel noch Dünger ein. Biodynamische Präparate aus Tee, Kompost und Silicium geben den Weinreben Impulse zur Selbstheilung und Selbstverteidigung gegen Krankheiten und Schädlinge. Sie wirken ähnlich der Homöopathie beim Menschen und fördern zudem die Bodenstruktur. Der Einsatz organischer Dünger – in erster Linie kompostierter Rinderdung oder Einsaaten von Begrünungspflanzen – fördert den Humusgehalt und das Bodenleben im Weinberg. Die stetig wachsende Humusschicht hilft aber nicht nur dem Wachstum der Pflanzen, sondern bindet große Mengen an Kohlendioxid und wirkt dem Treibhauseffekt entgegen. Hier leistet insgesamt die biologische Landwirtschaft einen sehr wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Schonend begleiten wir die Trauben bei der Weinwerdung

Auch in der Weinbereitung orientieren wir uns mit schonendster Verarbeitung an den biodynamischen Gedanken und richten uns nach den Rhythmen der Natur. Als Winzer wird man dabei zum Mittler zwischen den kosmischen Kräften und der Erde. Als Beispiel für kosmische Kräfte kann man die Mondphasen betrachten, deren Auswirkungen man auch bei der Weinprobe im Keller feststellen kann. Zu einem Zeitpunkt probieren sich die Weine harmonisch, während zu einer anderen Phase der Wein sehr unruhig und wild wirkt. In der aufgewühlten Phase lässt man den Wein daher besser ruhen und sich beruhigen, beispielsweise bevor man ihn abfüllt.

Dynamisieren der Demeter Präparate

Hans-Peter Trautwein verantwortlich für die Bio-Dynamische Arbeitsweise

Winzerin Anne-Christin Trautwein. Ein Bericht im Demeter Journal.

Demeter Zertifikat