363 Jahre Weinbau-
und Familientradition

Die Weinbautradition des Weingutes Trautwein geht bis in das Jahr 1649 zurück. Die Grundlage sind die Weinberge in Bahlingen. 1989 wurde von der räumlich einengenden, alten Hofstelle zum neu erbauten Weingut am Ortsrand des Dorfes umgezogen, in unmittelbarer Nähe zum etwa 200 Jahre alten Sektkeller im Bahlinger Kirchberg.  Während wir auf diese lange Tradition zurückblicken, sind es vor allen Dingen die Schlüsse und Entschlüsse der jüngeren (Wein)Geschichte, die wir hier vermitteln möchten. 

Wie soll es weitergehen?
Umdenken in den 1980er Jahren

Der Anstieg der Rebflächen in den 60er und 70er Jahren aber viel mehr der rücksichtslose Einsatz von Chemie im Sinne der Ertragssteigerung waren Probleme, derer man sich sehr bewusst war. Hat sich das Anbaugebiet Kaiserstuhl damals auch zu einer Weinbauzone B entschieden, ging unser Ansatz noch etwas weiter. Die Umstellung auf einen Biobetrieb im Jahr 1980 war der erste Schritt in Richtung unseres Grundsatzes: Leben für eine Versöhnung mit der Natur. Sukzessive wurden Verfahrenstechniken und Anbaugrundsätze umgesetzt, die schließlich im Jahre 1986 zur Klassifizierung als „Bioland-Partner“ führten.  

Neue Wege mit DEMETER
zeigen den Weg in die Zukunft

Der eingeschlagene Weg führte konsequenterweise dazu, Verfahren zu finden, die dem Boden die entzogenen Mineralien zurückzuführen. Durch die biodynamische Bewirtschaftung mit der Kompostwirtschaft und dem Einsatz von Hornpräparaten war es uns möglich, unsere Böden noch einmal fruchtbarer zu machen. Im Jahr 2004 wurden wir dann als Demeter-Betrieb anerkannt und sehen darin auch die beste Möglichkeit, die Natur nachhaltig zu bewirtschaften. Für uns kommt es darauf an, die noch vorhandenen Schätze wie Wasser und Erde zu bewahren und so rein als möglich an die kommenden Generationen weiterzugeben. 

Umsetzung einer nachhaltigen Ausrichtung

Nicht nur im Weinberg sondern auch auf unserem Hof haben wir über die Jahre hinweg stetig den Wandel zum nachhaltigen Umgang mit unseren Rohstoffen vorangetrieben. Einerseits nutzen wir - wie im Falle unserer Solaranlage oder auch der Maschinenhalle - die modernen technischen Möglichkeiten für die Umsetzung. Ebenso kommen aber traditionelle Verfahren zum Einsatz, wie z.B. bei unserem Erdkeller, der ohne zusätzliche Kühlung auskommt. 

Und heute:

Gemeinsam führen wir unser Weingut. Neues Wissen angewandt auf der Grundlage unserer Erfahrungen ist der Weg für unser Weingut in die Zukunft. 

Elfriede Trautwein

„Durch die Diskussion in der Umweltschutzbewegung unserer Region wurde mir der biologische Gedanke im Weinbau immer wichtiger. Deshalb stellten mein Mann und ich gemeinsam unser Weingut auf die biologische Wirtschaftsweise um.Mit den damals kleinen Kindern war es für mich sehr wichtig, sie guten Gewissens im Weinberg spielen zu lassen, wobei mir dies bei konventioneller Wirtschaftsweise als problematisch erschien. Auch die sichtbaren Auswirkungen der exzessiven Landwirtschaft auf die Natur und Umwelt stimmten mich nachdenklich. So empfand ich es als einzig richtige Möglichkeit, unser Weingut zum Biobetrieb umzustellen. Im Weingut findet man mich bei der Organisation, im Büro, im Verkauf und bei der Weinbergspflege.“

Hans-Peter Trautwein

„Sensibilisiert für die Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur – und damit den biologischen Weinbau – wurde ich in den 70er Jahren durch mein Engagement in der Anti-Atomkraftbewegung gegen das damals geplante Atomkraftwerk in Wyhl. Es war mir wichtig, nicht nur von der Großindustrie Umweltschutz einzufordern, sondern dies auch selbst in meinem Bereich umzusetzen. In dieser Zeit war das ‚wie’ des ökologischen Weinbaus noch nicht bekannt aber es war spannend, genau das zu erarbeiten. Der biodynamische Anbau ist für mich ein weiterer wichtiger Impuls für die Ausgeglichenheit meiner Weinberge, die durch die Veränderungen des Klimas immer mehr beeinträchtigt wird. Dass ich dieses Denken vom Weinberg bis in den Keller umsetze, ist für mich nur konsequent.“

Anne-Christin Trautwein

„Ich wuchs auf unserem Bioweingut am Kaiserstuhl auf. Von klein auf war ich mit im Weinberg und empfand große Begeisterung für die Natur. Daher ist es für mich sehr wichtig, sie so zu erhalten, wie ich sie selbst gerne hätte: gesund und lebendig. Gemeinsam mit der Natur möchte ich charaktervolle Weine auf einem hohen qualitativen Niveau erzeugen und meinen Mitmenschen diesen unverfälschten Genuss ermöglichen. In meinem Weinbau- und Önologiestudium in Geisenheim und den praktischen Ausbildungen in verschiedenen Weingütern in Deutschland, dem Burgund und in Australien habe ich dafür viele Ideen gesammelt. Zusammen mit meinem Vater bin ich für den Weinausbau im Keller zuständig.  

Beim Wettbewerb der Architektenkammer Baden-Württemberg und des Landkreises Emmendingen wurde uns, zusammen mit der Architekturwerkstatt Holderer, die Auszeichnung "Bespielhaftes Bauen" verliehen.

lm schönen Bahlingen am Ostrand des Kaiserstuhls befindet sich das seit 2004 „demeter“-zertifizierte Weingut Trautwein, was seit 1649, freilich nicht mehr in erster Generation…  zum Genussmagazin "baden."

Mit sechs jungen Akteuren zeigt Demeter Gesicht. Sie alle stehen für die biodynamische Generation von heute.
Zu Demeter zeigt Gesicht